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Verleihung des Bürgerpreises 2017

„Bescheiden und nicht verbiegbar“

Bürgerstiftung Mühlacker ehrt Albrecht Münzmay für seine Verdienste um die Stadt mit dem Bürgerpreis 2017

Bei der Bürgerpreisverleihung (v. li.): Elsbeth Rommel, Wolf-Dieter Fuchslocher (Mitglieder des Vorstands der Bürgerstiftung Mühlacker), Preisträger Albrecht Münzmay , seine Ehefrau Karin Münzmay, Oberbürgermeister Frank Schneider und Martin Sailer (Vorstand Bürgerstiftung). Foto: Fotomoment

„Aufrichtig, ehrlich, bescheiden und nicht verbiegbar“: So hat Wolf-Dieter Fuchslocher, Mitglied des Vorstands der Bürgerstiftung Mühlacker, den langjährigen Vorsitzenden des Verschönerungsvereins Mühlacker Albrecht Münzmay charakterisiert, der am Freitag mit dem Bürgerpreis 2017 geehrt worden ist.

Mühlacker. Hip-Hop-Klänge aus den Boxen, Jugendliche am Billard-Tisch und beim Tischfußball: Noch als sich die Gäste am Abend einfanden, herrschte im Veranstaltungsort, dem Jugendhaus ProZwo, lautstarker Betrieb. Doch als dann die siebenjährige Schülerin der Musikschule Gutmann Marie Scheffel die Feierstunde mit der Geige eröffnete – weitere Auftritte hatten später Zoey Stahlfeld und Franziska Rapp –, verebbten die Geräusche.

Begrüßende Worte sprach Elsbeth Rommel vom Vorstand der Bürgerstiftung, die unter den Anwesenden auch frühere Preisträger willkommen heißen konnte, die zu den Bürgern gehörten, die die Stadt mit ihrem Engagement „menschlicher und liebenswerter“ machen.

Man könne glauben, dass sich die Gesellschaft mehr und mehr als „reine Interessengesellschaft“ verstehe, bei der es darum gehe, eigene ökonomische Interessen durchzusetzen, begann Wolf-Dieter Fuchslocher seine Laudatio scheinbar pessimistisch. Doch dieser Eindruck täusche, beruhigte er sogleich: Auch bei der siebten Vergabe des Bürgerpreises zeige sich wieder einmal, dass die Bürgergesellschaft dank des Engagements ihrer Akteure funktioniere. Sämtliche Preisträger einschließlich des nun Geehrten hätten durch ihren Einsatz „Korrekturen und Veränderungen“ auf unterschiedlichen Gebieten herbeigeführt. Was all diesen „stillen Helden“ gemein sei, sei ihre Bescheidenheit. Eben diese Tugend treffe auch auf Albrecht Münzmay zu, der nicht gerne über sich spreche und auf die Frage, ob er den Preis annehme, spontan zurückfrage, ob das denn sein müsse; er sei ja nicht so wichtig, und als Vorbild sehe er sich auch nicht.

Fuchslocher ging in seiner Ansprache auf Albrecht Münzmays Vita ein. Seinen im Krieg gefallenen Vater habe der 1944 in Mühlacker Geborene nie gesehen. Aufgewachsen sei er unter einem Dach mit Mutter, Tante und Großmutter, allesamt Witwen, und insgesamt fünf Kindern. Er habe Geborgenheit erlebt, aber auch ein offenes Haus, zitierte der Laudator den Geehrten, der mit seiner körperlichen Einschränkung nie gehadert habe, mit sich im Reinen sei.

Münzmay sei kein Zauderer, sondern ein Mensch, der Anliegen, die ihm wichtig seien, mit Bedacht und Realitätssinn angehe. Engagiert hat er sich auf verschiedenen Gebieten. So war er bei der DLRG unter anderem als Jugendleiter und technischer Chef sowie Ausbilder tätig. Darüber hinaus fungierte er in den Sechzigern als Jugendleiter des Albvereins und veranstaltete das erste Burgfest – „eine wohl ganz entscheidende Weichenstellung für sein späteres Wirken“.

Stark geprägt hat Albrecht Münzmay den Verschönerungsverein Mühlacker. Nachdem er 1985 von Erna Händle zur Übernahme der Geschäfte als Vorstand berufen worden war, übte er sein Amt 32 Jahre lang aus, ehe er den Stab im März 2017 weitergab. Zusammen mit seinen Mitstreitern im Verein habe er „unsere Stadt und damit unseren Lebensmittelpunkt noch ein Stück lebens- und liebenswerter gemacht“, anerkannte Fuchslocher und ergänzte: Gerade die Burg verdanke Münzmay und dem Verschönerungsverein ihre heutige „schlichte Schönheit“. 100  000 Euro seien gesammelt worden – selbst im fernen Tel Aviv wurde der Spendenaufruf ge- und erhört –, um die Löffelstelz aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken.

Dass zahlreiche Ziele erreicht wurden, liegt nicht zuletzt am gewinnenden Auftreten Albrecht Münzmays: Eine von dessen Stärken als Chef des Verschönerungsvereins sei es nämlich gewesen, das Interesse und die Begeisterung der Mitglieder zu wecken, ihnen zuzuhören und sie mitzunehmen, hieß es. Ergebnis des Teamgeistes waren die Restaurierung beziehungsweise der Bau der Brunnenanlagen am Mettersten, in Enzberg, Sengach und in Lomersheim sowie am Bischof-Wurm-Platz in Dürrmenz. Weiter habe sich der Verein unter Münzmays Führung für die historische Kelter, den Herzogstein und andere Bauwerke eingesetzt. Viele Gedenktafeln, Kunstobjekte und Denkmäler würden ohne seine Verdienste schlicht fehlen, bemerkte Wolf-Dieter Fuchslocher.

Für Elsbeth Rommel war Albrecht Münzmay „Herz und Seele des Verschönerungsvereins“. Oberbürgermeister Frank Schneider lobte die Leistung des Verschönerungsvereins und anderer Vereine in Bezug auf die Enzgärten und hob Münzmays „vorbildliches Wirken“ hervor.

Der so Gelobte und mit Preis samt Ehrennadel Gewürdigte bestätigte seinen Ruf und gab sich wie gewohnt bescheiden. Die Auszeichnung mit dem Bürgerpreis sei für ihn gleichermaßen „eine Ehre und eine Verpflichtung“, weiterhin aktiv zu bleiben, sagte er. Das Preisgeld von 500 Euro reichte er gleich weiter: Je eine Hälfte geht an die Mörike-Realschüler, die die neue Murmelbahn auf dem Gartenschaugelände betreuen werden, und an das Jugendhaus und dessen für den Sommer geplantes Projekt „Ferien im Zirkus“.

Der Abschluss des offiziellen Teils oblag Bürgerstiftungsvorstandsmitglied Martin Sailer, der allen an der Verleihung des Bürgerpreises Beteiligten dankte. Danach konnten sich die Besucher mit Pizza des Dürrmenzbäckers Hans-Dieter Slobodkin stärken und den Abend bei lockeren Gesprächen ausklingen lassen.

(Mühlacker Tagblatt vom 13.05.2017. Text: Thomas Sadler, Foto: Fotomoment)

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